Oberstufe – detailreiche Informationen

Individuell und persönlich zum Schulabschluss gelangen

Nachfolgend finden Sie detailreiche Informationen zur Oberstufe und dem Konzept an der freien Waldorfschule Aalen. Gerne können Sie mit Fragen auf uns zukommen.

Die Oberstufe im Überblick
An Waldorfschulen beginnt die Oberstufe mit der 9. Jahrgangsstufe, wenn die meisten Schülerinnen und Schüler die Entwicklungsjahre hinter sich haben. Sie erleben sich anders als zuvor und sie begegnen anderen Menschen und der sie umgebenden Welt auf neue Weise. Auch die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern ändert sich. Die Schülerinnen und Schüler werden jetzt nicht mehr als Kinder angesehen, sondern als junge Menschen, die ihren Weg zunehmend selbst bestimmen und selbst finden können.

 

Ab der 9. Jahrgangsstufe wird die Klasse von einem oder zwei Klassenbetreuern geführt, die grundsätzlich Ansprechpartner für alle Belange von Schülern, Eltern, Lehrern und Schule sind. Sie begleiten die Klasse durch die Oberstufe.

Zusätzlich können sich die Schüler der Klassen 9 bis 13 einen Oberstufenlehrer ihres Vertrauens als persönlichen Tutor wählen. Die Tutoren geben Unterstützung bei der Auswertung der Praktika sowie in allen Fällen, in denen sie um Auskunft, Beistand oder Rat gebeten werden.

 

In der 9. Klasse findet ein individuelles Übergangsgespräch statt. Daran nehmen der Schüler, die Schülerin und die Eltern / Erziehungsberechtigten, der Klassenbetreuer und ein weiterer Lehrer aus dem Klassenkollegium teil. Dieses Gespräch dient der bewussten, individuellen Aufnahme in die Oberstufe und dem Kennenlernen. Wichtige biografische Tatsachen sollten angesprochen werden.

Der Hauptschulabschluss kann bei entsprechenden Leistungen ab Ende der 9. Klasse erworben werden. In der Regel verlässt der Schüler nach dem Hauptschulabschluss die Schule, um mit einer beruflichen Ausbildung zu beginnen.

 

Die Arbeit in Lerngruppen in der 9. und 10. Klasse mündet in der 11. Klasse in die Zuordnung zu den Vorbereitungsgruppen für die Abschlüsse in Klasse 12 (Realschulabschluss / Fachhochschulreife-Prüfung und Abitur). Es finden Orientierungsgespräche zwischen den Schülern und ihren Erziehungsberechtigten und den Klassenbetreuern und Fachlehrern statt mit dem Ziel einer einvernehmlichen Zuordnung.

 

Im Handwerklich–Künstlerischen Unterricht (HKU) gibt es in der 11. Klasse ab dem 2. Halbjahr eine Wahlmöglichkeit zwischen Hauswirtschaft und Gestaltung.

 

In den Klassen 11 und 12 zeigen die Schüler durch den Waldorfabschluss, bestehend aus Klassenspiel, Kunstfahrt, Jahresarbeit und Abschlüssen in Eurythmie und Sport, dass ihre schulische Entwicklung im Sinne des Lehrplans für die Waldorfschulen zu entsprechenden Ergebnissen gekommen ist. Dies findet gleichzeitig seinen Ausdruck in staatlich anerkannten Abschlussprüfungen, dem Realschulabschluss oder der Fachhochschulreife-Prüfung.

 

Die 12. Klasse beginnt das Schuljahr mit dem Klassenspiel. In der letzten Woche des Schuljahrs findet die Kunstfahrt statt, nachdem die Schülerinnen und Schüler ihre Jahresarbeit, die jeweils auch Bestandteil der mündlichen Prüfung im Rahmen des staatlich anerkannten Abschlusses ist, vor der Öffentlichkeit gezeigt haben.

 

Manche Schüler befinden sich auf dem direkten Weg zum Abitur, sie nehmen wie die anderen an allen Teilen des Waldorfabschlusses teil, für sie folgt aber noch die 13. Klasse zur Vorbereitung auf die Allgemeine Hochschulreife.

 

Für viele Schüler, die den Realschulabschluss oder die FHR-Prüfung bestanden haben, ist das Ende der Schulzeit erreicht. Nach der FHR-Prüfung folgt auf jeden Fall das einjährige Anerkennungspraktikum. Erst damit ist die FHR-Prüfung vollständig. Wer eine gute Realschulabschluss-Prüfung gemacht hat, kann auch noch ein Jahr dranhängen, um sich auf die FHR-Prüfung vorzubereiten.

 

Wer nach einer guten FHR-Prüfung das Abitur anstrebt, kann mit den anderen Abiturienten zusammen die 13. Klasse besuchen. Die Waldorfschulen haben ein besonderes pädagogisches Profil und nehmen nicht an G8 teil. Es gilt – ebenso wie für die FHR-Prüfung – eine besondere Prüfungsordnung für Waldorfschulen. Darin ist vorgesehen, dass die Waldorfschulen in den vier schriftlichen Prüfungsfächern am Zentralabitur teilnehmen. Wer das Abitur an einer Waldorfschule bestanden hat, erhält die staatlich anerkannte Allgemeine Hochschulreife.

Das neunte Schuljahr
  • Begleitung in der Oberstufe durch Klassenbetreuer des Oberstufenkollegiums
  • Mitwirkung in der SMV und Gesamtkonferenz

 

Fächer und Epochen

Deutsch, Englisch, Französisch/Russisch, Mathematik, Physik, Biologie, Chemie, EDV, Geschichte, Sport, Eurythmie, Musik, Chor, Malen, Schneidern

neu: Geografie, Sozialkunde, Kunstgeschichte, Plastizieren, Ethik, Schreinern

  • Goethe und Schiller
  • Geometrisch-Technisches-Zeichnen
  • Facharbeit über eine bekannte Persönlichkeit

 

Projekte

  • Kulturfahrt nach Weimar
  • Teilnahme an den Oberstufenprojekttagen in Klassen 9 bis 12

 

Praktika

  • Handwerkspraktikum zwei Wochen:

Das Handwerkspraktikum in der 9. Klasse eröffnet den Reigen der Praktika in der Oberstufe.

Die Schüler*innen suchen sich selbst einen Handwerksbetrieb, in dem sie über zwei Wochen hin einen tätigen Einblick bekommen können. Dazu schreiben sie ein tagebuchartiges Berichtsheft. Häufig ermöglichen es die Praktikumsbegleiter vor Ort, dass die Schüler*innen auch ein eigenes Werkstück anfertigen dürfen. Nach Abschluss des Praktikums erfolgt eine Präsentation vor der Schulgemeinschaft, bei der sie von ihren Erfahrungen berichten und das Werkstück oder eine besondere Fertigkeit ad hoc vorzeigen können.

In der Regel gehen die Schüler*innen aus diesem Praktikum gereifter hervor. Wo vorher noch viel, durch die Pubertät bedingtes Durcheinander herrschte, beginnt nun, eine klare Ausrichtung auf die Oberstufe einzusetzen, die das intensive Lernen in dieser sehr begünstigt.

  • Landwirtschaftspraktikum drei Wochen

 

Abschluss

  • Ab Klasse 9 Möglichkeit des Schulabgangs mit Hauptschulabschluss
Das zehnte Schuljahr
  • Erstes Orientierungsgespräch über angestrebten Abschluss
  • Verstärkt differenzierte Lernangebote

 

Fächer und Epochen

Deutsch, Englisch, Französisch/Russisch, Mathematik, Physik, Biologie, Chemie, EDV, Geschichte, Kunstgeschichte, Sozialkunde, Ethik, Sport, Eurythmie, Musik, Chor, Plastizieren, Werken

neu: Bildende Kunst

  • Poetik
  • Trigonometrie
  • Klimatologie
  • NWP Naturwissenschaftliches Praktikum
  • Korbflechten/Spinnen/Weben

 

Projekte

  • Gruppenprojektarbeit
  • Berufsberater kommen in die Klasse
  • Besuch des Berufsinformationszentrums

 

Praktika

  • Industriepraktikum zwei Wochen
  • Vermessungspraktikum:Das Vermessungspraktikum in der 10. Klasse ist gleichzeitig auch eine Klassenfahrt.

    Eine Unterkunft wird in einer landschaftlich schönen Gegend gesucht (bisherige Erfahrungen in der Lausitz, auf Hallig Hooge und im Wanderheim Füllenbacher Hof bei Sternenfels) und 12 Tage wird intensiv gearbeitet, gemessen, gerechnet und kartiert und am Ende hat jeder Schüler/in eine exakte farbige Karte gezeichnet.

    Die Vermessung hat die Menschen schon immer beschäftigt, sei es die Vermessung des Himmels, der Erde oder der Landschaften mit ihren Besonderheiten. Grundlage der Vermessung ist die Geometrie und die Trigonometrie. Somit ist unser Vermessungspraktikum angewandte Mathematik.

    Der Umgang mit Theodolit, Kompass, Winkelprisma, Maßband, Messlatten und Fluchtstäben erfordert Geschick. Gearbeitet wird im Gelände bei jedem Wetter.

    Die Schüler/innen arbeiten in Gruppen und die vielen einzelnen Messergebnisse ergeben die Grundlage für die Karten.

    An der Nordsee bietet sich auch die Gelegenheit für eine astronomische Ortsbestimmung.

    Klassenfahrt bedeutet natürlich auch Ausflüge und Unternehmungen. Einen anderen Teil Deutschlands kennenzulernen ist immer eine interessante Erfahrung.

    So sind die zwölf Tage Vermessungspraktikum eine arbeits- und erlebnisreiche Zeit, die in einer praktisch orientierten Präsentation am Ende der Schulgemeinschaft vorgestellt wird.

     

     

     

  • Textiltechnik in der 10. und 11. Klasse

     Im Rahmen der Medienkompetenz-Unterrichte konnten wir zur Spinn-Epoche in der 10. Klasse nun in der 11. Klasse auch das Weben an einem großen Webstuhl halbjährig hinzufügen.  Damit bekommen die Schüler*innen einen Einblick, wie ein binäres System tatsächlich funktioniert und welch schier unendliche Variationsmöglichkeiten es mit sich bringt. Damit erleben sie in einem künstlerisch-handwerklichen Rahmen, wie ein Computer ursprünglich gebaut ist und können diese Möglichkeiten für eine schöne Gestaltung umsetzen. (Dabei greifen sie auf das in der 10. Klasse gesponnene Material zurück und können auch noch, wenn mal eine Web-pause ist, am Spinnrad weitermachen. Dies konsolidiert die im Vorjahr mühsam erworbene Fähigkeit, aus einem Wollvlies  einen Faden zu spinnen.)

    Die Vorbereitung, um sich überhaupt an den Webstuhl setzen zu können, ist oft langwieriger als das Weben selbst. Es muss eine Kette geschert werden, die in den Reedekamm sortiert, auf den Kettbaum aufgebäumt, dann durch die Litzen der Schäfte gezogen und schließlich durch das Blatt gestochen und am Warenbaum angeknüpft wird. Dann müssen die Tritte entsprechend an die Schäfte angebunden werden, sodass ein Fach entsteht, durch das das Schiffchen, auch Handschütze genannt, geschickt werden kann. Es dauert einige Zeit, aber nach und nach finden die Schüler*innen dann zu einem Rhythmus, wo Tritt, Schuss und Blattzug in gleichmäßigem Takt aufeinander folgen und ein gleichmäßiges Gewebe entsteht.

    Insgesamt erfordert das Weben eine Menge an technischen Kenntnissen und absoluter Genauigkeit bei jedem Schritt. Wo das Spinnen im Jahr zuvor eher eine Sache des feinen Gefühls für unterschiedliche grob- und feinmotorische Vorgänge, die gleichzeitig ablaufen, förderte, ist jetzt eine klare Strukturierung und Ausführung zu jedem Zeitpunkt gefragt, damit das Gewebe ohne Fehler gelingt. Nur ein kleines Versehen, und man sieht es auf dem ganzen Gewebe, und was noch schlimmer ist: man kann es nur selten im Nachhinein berichtigen. Dass dies eine konzentrierte, zielgerichtete Lernstruktur unterstützt, die die Schüler*innen dann ja auch für ihre Prüfungen brauchen, muss man wohl kaum erwähnen.

    Constanze Warning

     

     

Das elfte Schuljahr
  • Zweites Orientierungsgespräch über den angestrebten Abschluss
  • Differenzierung in Realschulgruppe und Fachhochschulgruppe
  • Gemeinsamer und getrennter Fach- und Epochenunterricht

 

Fächer und Epochen

Deutsch, Englisch, Französisch/Russisch, Mathematik, Physik, Biologie, Chemie, Geschichte, Sozialkunde, Ethik, Sport, Eurythmie, Musik, Bildende Kunst

neu: für Fachhochschulgruppe handwerklich-künstlerischer Unterricht – Wahlmöglichkeit zwischen Hauswirtschaft und Gestaltung

  • Projektive Geometrie
  • Musikgeschichte
  • Ernährungslehre, Kochen
  • Plastizieren

 

Praktika

  • Neigungspraktikum zwei Wochen:

Das erste Praktikum in der 11. Klasse ist das Neigungspraktikum. Es bietet die Chance, in einem Berufsfeld eigener Wahl zu erproben, inwieweit die bisher entwickelten Neigungen und Interessen Grundlage der zukünftigen beruflichen Tätigkeit sein können. Alle Erfahrungen und Kenntnisse der vorangegangenen Praktika werden herangezogen, um eigenverantwortlich einen Platz zu bekommen und die zweiwöchige Arbeit zu gestalten. Die Schülerinnen und Schüler werden auf diese anspruchsvolle und in die Zukunft weisende Arbeit in zahlreichen begleitenden Schulstunden durch den/die Praktikumsbetreuer/in vorbereitet. Eltern werden eingeladen, um über ihren eigenen Werdegang zu berichten, in Einzelgesprächen werden die Zukunftswünsche, Ideen, Fähigkeiten und Lebenstatsachen herauskristallisiert und bei einem Besuch im Berufsinformationszentrum können sie sich mit der Vielfalt der Berufe vertraut machen und beraten lassen.

Sie können das Neigungspraktikum mit Einverständnis der Eltern in einer anderen Stadt oder gar auch in einem anderen Land machen. Entsprechend vielfältig fallen auch die Erfahrungsberichte meist in Form eines Kolloquiums aus. Schülerinnen und Schüler unterer Jahrgangsstufen können sich hier auch schon über die gewählten Berufe informieren.

Martina Ebel

 

  • Sozialpraktikum vier Wochen:

Das Sozialpraktikum gegen Ende der 11. Klasse beschließt den Kanon der Oberstufenpraktika. Die Schüler*innen können für vier Wochen in einem selbst gewählten sozialen Zusammenhang wie zum Beispiel Kindergärten, Krankenhäusern, Altenheimen und dergleichen, mitarbeiten und Erfahrungen sammeln. Diese werden wieder in einem tagebuchartigen Berichtsheft beschrieben. Sie können ihre dort gewonnenen Fähigkeiten im Kontakt mit der entsprechenden Alters- oder Personengruppe auch in einem kleinen Projekt, das sie selbständig planen und ausführen, schon einmal beweisen. Auch sollen sie sich mit einer oder zwei Personen ihres Praktikumsplatzes so intensiv beschäftigen, dass sie diesen Menschen in der Präsentation beschreiben und für alle lebendig darstellen können. Nach Abschluss des Praktikums findet ein Kolloquium statt, in dem dann auch durch gegenseitiges Fragen und Antworten oft ein tiefer Blick in die Erfahrung der Schüler*innen möglich ist. Nach diesem Praktikum kann man ebenfalls wieder einen kräftigen Schub in Richtung Erwachsensein feststellen.

 

Abschluss

  • Eurythmieabschlus
Das zwölfte Schuljahr
  • Vorbereitungen auf die Prüfungen
  • Mittlere Reife und Fachhochschulreife

 

Fächer und Epochen

Deutsch, Englisch, Französisch/Russisch, Mathematik, Biologie, Chemie, Geschichte, Kunstgeschichte, Sozialkunde, Ethik, Sport, Eurythmie, Musik, Bildende Kunst

  • Fächerübergreifende Kompetenzarbeiten der Realschulgruppe
  • Individuelle Facharbeit
  • Seminararbeit für Abi-direkt-Schüler

 

Projekte

  • Klassenspiel mit Kulissenbau und Aufführungen
  • Mehrtägige Kulturfahrt

 

Abschlüsse

  • Realschulabschluss einschließlich fächerübergreifender Kompetenzprüfung
  • EuroKom- und DELF-Prüfung für Realschüler
  • Fachhochschulabschluss
  • Schulinterne Sportprüfung
  • Für alle Schüler: Waldorfabschluss
Das dreizehnte Schuljahr
  • Vorbereitung auf das Abitur

 

Fächer und Epochen

Deutsch, Englisch, Französisch/Russisch, Mathematik, Chemie, Biologie, Geschichte, Kunstgeschichte, Ethik

 

Projekte

  • Mehrtägige Kunstfahrt

 

Abschluss

  • Abitur

Flyer Oberstufe

Schulwechsel

Schulwechsler willkommen!
Ein Einstieg ist zu jeder Zeit in jede Klassenstufe möglich. Informieren Sie sich direkt bei uns.

Abschlüsse

Abitur, Fachhochschulreife, Mittlere Reife, Hauptschulabschluss.

Hauptschulabschluss

 

Mittlere Reife

 

Fachhochschulreife

 

Abitur