Was ist eigentlich Anthroposophie?

Anthroposophie ist keine Lehre, sondern regt den Menschen an, seine Aufmerksamkeit und sein Interesse auch Phänomenen zuzuwenden, die über die materielle Welt hinaus und auf seelisch-geistige Realitäten weisen.

Die Werke Rudolf Steiners ermöglichen Begriffsbildungen, die solche Erkenntnisse und ein geistesgegenwärtiges Handeln fördern. Von Seiten einer materialistischen Weltanschauung, die die Existenz seelisch-geistiger Realitäten unabhängig von der materiellen Welt leugnet, wird der Anthroposophie jegliche wissenschaftliche Existenzberechtigung abgesprochen. Die Früchte der Anthroposophie legen jedoch ein anderes Zeugnis ab. Neben der Waldorfpädagogik, die durch Rudolf Steiner entwickelt wurde, gibt es die anthroposophische Medizin, die biologisch-dynamische Landwirtschaft und die anthroposophische Heilpädagogik, die breite Anerkennung gefunden haben.

Aber auch auf anderen Gebieten hat Rudolf Steiner wichtige, auch bahnbrechende Anregungen gegeben. So beschäftigte er sich mit Mathematik und Naturwissenschaften, deren Kenntnis er oft als Voraussetzung für ein Verständnis der Anthroposophie bezeichnete, und gab z.B. Goethes naturwissenschaftliche Schriften heraus. Daher lautet der Untertitel seines philosophischen Hauptwerkes „Die Philosophie der Freiheit – Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode“.

Steiners Erkenntnismethode war keineswegs vage oder okkult-nebulös, wie es dem heutigen Leser erscheinen könnte, wenn er nicht näher mit dem Werk Steiners vertraut ist. Sein weitgespanntes Wirken, das fast alle Bereiche menschlichen Wissens berührte, hat sich in einem 360 Bände umfassenden Gesamtwerk niedergeschlagen, das seinesgleichen suchen dürfte.

Anthroposophie gibt Antworten auf viele Lebensfragen. Zahlreiche Menschen orientieren sich heute für ihre tägliche Arbeit an den Ideen aus den geisteswissenschaftlichen Darstellungen Rudolf Steiners. In den Arbeitsgruppen der Anthroposophischen Gesellschaft treffen sich Menschen zum gemeinsamen Studium der Anthroposophie und zum Austausch über eigene Erfahrungen im Umgang mit anthroposophischen Grundbegriffen und Arbeitshypothesen. Hier findet der Interessierte auch Veranstaltungen zum ersten Kennenlernen der Anthroposophie.

 

Beispiele für bekannte Organisationen
und Persönlichkeiten mit anthroposophischem Hintergrund:

Alnatura, Demeter, Drogeriemarktkette dm, GLS-Bank, Mahle, Software AG, Voigt, Wala (Dr. Hauschka), Weleda

Michael Ende, Julia Franck, Rainer Werner Fassbinder, Ferdinand Alexander Porsche, Familie Siemens, Voigt, Schilys, Strauß-Tochter Hohlmeier, Götz Werner (dm-Gründer), Cosma Shiva Hagen (Tochter von Nina Hagen), Boris Erasmus Palmer (Oberbürgermeister von Tübingen), Heiner Lauterbach, Sarah Wiener, Barbara Becker

Sprich nie von Grenzen der menschlichen Erkenntnis,
sondern nur von den Grenzen der deinen.

Rudolf Steiner